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Weihnachtsschmuck 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Liebe Gemeinde!

„So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Sicherlich wird es Ihnen in diesen Tagen auch so gehen. Schulen, Kitas, Uni, Einkaufsläden etc. sind geschlossen. Das öffentliche Leben steht still. Wir sollen soziale Kontakte untereinander vermeiden. Daher gibt es auch keine Gottesdienste, keine Gemeindeveranstaltungen, keinen Seniorentreff, keine Kindergruppen und keinen Konfirmandenunterricht im Pfarrhaus. Auch die Behindertenwerkstatt der Ev. Stiftung Michaelshof hat mittlerweile geschlossen und arbeitet nur noch in den Bereichen die notwendig sind für den Michaelhof und die Kliniken. Das Leben spielt sich mehr oder weniger in den eigenen vier Wänden ab, obwohl das frühlingshafte Wetter uns doch nach draußen lockt. Und nun steht Ostern vor der Tür. Eigentlich ist das die Zeit, in der alles aufbricht – nicht nur die Natur, sondern auch wir aufbrechen ans Wasser, zu Freunden und Verwandten, uns gegenseitig besuchen und Zeit miteinander verbringen. Normalerweise sind das jetzt die Tage, in denen wir uns hier in der Gemeinde Gedanken darüber machen, wie wir die Ostertage mit unseren Gottesdiensten gestalten. Aber in diesem Jahr wird es keine Gottesdienste in der Kirche St. Michael geben und wir müssen auf so manche Begegnung verzichten. Alles wird irgendwie anders sein aufgrund der Corona-Pandemie. Und dann ist da im Hinterkopf ständig diese Angst vor Ansteckung. Jeden Tag schaue ich gebannt auf die Informationen des Robert-Koch-Instituts und sehe wie der Kurve der Erkrankten auch hier in Mecklenburg ansteigt. Die Nachrichten aus Italien und Spanien aber jetzt auch aus den USA erschrecken mich. Mit diesem Virus ist wirklich nicht zu spaßen und daher scheinen alle Vorsichtsmaßnahmen nur allzu sinnvoll. Aber was kann helfen gegen die Angst im Kopf und so manche Verzagtheit? Irgendwie muss das Leben doch weitergehen!  

Die Fastenzeit stand in diesem Jahr unter dem Motto: Zuversicht – sieben Wochen ohne Pessimismus. Dieses Motto hätte passender nicht gewählt werden können, denn in diesen Tagen kann man leicht in Pessimismus und Resignation verfallen. Viele Menschen haben nicht nur Angst um ihre Gesundheit, sondern auch Angst um ihren Arbeitsplatz, Angst um ihre Selbständigkeit, Angst um die Eltern und Großeltern, die man nicht besuchen kann. Angst um die Kinder, die mit den Hausaufgaben nicht klar kommen. Es gibt so vieles, was uns Angst macht in diesen Tagen.
Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Oder ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder der ihm, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten! (Matthäus 7,7–11)
Der Text stammt aus der Bergpredigt Jesu im Matthäusevangelium. Die Bergpredigt behandelt viele Themen: Worauf man hoffen darf, wie man fasten oder beten soll, wie man richtig liebt. In unserem Text geht es um Beten und Hoffen, und Jesus sagt: „Hofft auf das Gute! Rechnet damit, dass Gott es gut mit euch meint und euch also auch Gutes geben wird.“ Wie häufig nutzt er auch hier ein leicht verständliches Beispiel, um seine Worte zu erläutern. Er sagt: „Schaut euch selbst zu und seht, wie gut ihr miteinander umgeht. Ihr gebt euren Kindern doch auch keine Steine oder Schlangen zu essen. Ihr gebt ihnen, was sie brauchen, was sie erbitten.“
Das ist eine hilfreiche Blickrichtung für diese Tage: uns selbst dabei zu sehen, wie wir einander selbstverständlich Gutes tun. Es liegt in unserer Natur, dass wir füreinander sorgen. Das tun wir selbstverständlich, obwohl wir auch ganz anders können, obwohl wir „böse sind“, wie Jesus in unserem Text sagt. Wir Menschen können in der Tat böse sein. Wir können anderen das Toilettenpapier und die Nudeln wegnehmen. Wir können selbstsüchtig und grausam sein. Aber sobald eine Beziehung ins Spiel kommt, geben wir einander, worum man uns bittet.
Gerade weil es für uns so selbstverständlich ist, merken wir es oft gar nicht. Wer aber den Blick schärft, kann feststellen, dass wir einander gerade mehr geben, als wir es sonst tun. Gespräche mit Freundinnen und Freunden, die sonst nebenbei verlaufen, werden jetzt geplant und dauern auch viel länger als sonst. Man freut sich, die Nachbarn wohlauf im Treppenhaus zu sehen und versichert einander: „Wenn jemand von uns in Quarantäne muss, kaufen die anderen ein!“ Unsere Geduld wird nicht nur strapaziert, sie wird trainiert. Manche Eltern lächeln viel länger über ihre Kinder, als sie sich das zugetraut hätten. Manche Paare stellen erstaunt fest, dass sie tatsächlich gut zueinander passen. Diese schwere Zeit schweißt uns auch zusammen.
Darum möchte ich sie dazu ermutigen, diese Tage nicht nur als Last zu sehen, sondern zu nutzen, um anderen und auch sich selber Gutes zu tun. Nehmen Sie es wahr, wie einfach und ohne Anstrengung es geht, dass Sie anderen geben, was diese brauchen und nutzen sie diese Zeit auch für sich. Und tun Sie das in der Gewissheit, dass Gott Ihnen auch geben wird, was sie brauchen. Denn das, so sagt Jesus, sollte uns ebenso selbstverständlich sein.
Die Fastenzeit wird bald enden. Ostern steht vor der Tür. Wann jedoch die Zeit mit dem Corona-Virus enden wird, kann uns heute keiner sagen. Wir werden wahrscheinlich noch länger damit leben müssen. Aber wir dürfen darauf hoffen, dass Gott uns auf diesem Weg durch diese schwere Zeit nicht alleine lässt, sondern uns Mut schenkt, nach vorne zu blicken und den Kopf nicht „in den Sand zu stecken“. Denn „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ (Psalm 23,6)
Bleiben Sie behütet und gesegnet und halten Sie durch!
Herzliche Grüße
Ihr
Pastor Dietmar Cassel


P.S. Um Ostern herum sind Gottesdienste aus Rostock im Internet über die Seite kirche-mv.de abrufbar oder schauen Sie einmal auf unsere Internetseite. Auch hier wird es einen kleinen Ostergruß aus Ihrer Gemeinde geben.


Gedanken zu Ostereiern
Das Ei ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und Leben und das war schon so, als es das Christentum noch gar nicht gab. Eier gehören an den Osterstrauch in der Kirche genauso wie die geschmückte Tanne zu Weihnachten, warum nur…?!
Kirche+leben.de schreibt dazu:“ … das Ei im Christentum [gilt] als Zeichen der Auferstehung von Jesus: Das Küken bricht durch die Schale ins Leben, so wie Jesus den Tod durchbrochen hat…“, also könnte das Ei ein Symbol sein.
Die Bedeutung des Eies hat auch einen ganz praktischen Grund. Zur Fastenzeit im Mittelalter wurde auf alle tierischen Nahrungsmittel verzichtet – also auch auf Eier. Den Hühnern war das aber herzlich egal – sie legen zu dieser Zeit besonders fleißig, da sie sich gerade nun ja auch fortpflanzen wollen. Dieser Eier-Überschuss musste dann nach der Fastenzeit an Ostern bewältigt werden.
Wenn ich an Ostereier in der Gehlsdorfer Kirche denke, fallen mir viele schöne Momente ein. In meiner Kindheit und Jugend wurden die Schoko-Eier mit Plan und Geländekarte liebevoll im Pfarrgarten von Pastor Raudszus versteckt, die Suche war anspruchsvoll und bei erfolgreichem Fund natürlich besonders erfreulich. Zum Osterfrühstück gab es Russische Eier. Angeleitet von Herrn Lausch füllten wir die Eier mit Senf und Essig – ganz wichtig war der Wodka dazu.
In der letzten Zeit befinden sich (mehr oder weniger) versteckte süße Eier im Kirchraum während des Ostergottesdienstes. Alle, ob jung oder alt, freuen sich, wenn die kleinen Besucher mit strahlenden Augen auf die Suche gehen und manchmal ferngesteuert von ihren Eltern Nester und Eier finden…
Jedes Jahr hängen wir bunt gestaltete Deko-Eier-Geschenke der Gemeindemitglieder an unseren Birkenstrauch, manche sind schon sehr alt und haben deshalb etwas Vertrautes, manche sind von Kinderhand gestaltet, manche sind richtige Kunstwerke. Das Material ist Eierschale von Hühnern und Puten, Holz und Plastik. Sie lagern das Jahr über in eigens für sie gezimmerten Kisten auf der Empore. Manchmal verhakeln sich ihre Bändchen so sehr, dass sich jemand viel Zeit nehmen muss, sie wieder zu entfitzeln und unter Umständen neue Bändchen knüpfen muss. Nicht nur die Schönen kommen in Sichtweite an den Strauch, sondern von jeder Art ein Vertreter. …und das ist vielleicht dann auch wieder ein Symbol, das Symbol für die Vielfältigkeit einer Gemeinde.
In diesen Tagen gehen wir wie jedes Jahr und doch wieder anders mit den Ostereiern um. In den Familien mit kleineren Kindern wird sicher besonders viel Wert auf das Eierbemalen gelegt, da viel mehr gemeinsame Zeit ist. Unsere 11 Hühner in Langenort, Hugo & Co, bekommen mehr Grünfutter, sie danken es uns mit besonders gelbem Eidotter. Da jede von ihnen andersfarbige Eier -bis hin zu lindgrün-legt, verzichten wir auf das Extrafärben.
Fehlende Veranstaltungen in den Nachmittags- und Abendstunden führen dazu, dass wir uns mehr besinnen und vielleicht mehr wandeln auf den Fastenwegen hin zum Osterfest. Mit viel Kreativität und gemeinschaftlichen Überlegungen wird auch in unserer Gemeinde daran gearbeitet, sich über andere Wege zu begegnen und Botschaften und Grüße auszutauschen, das stimmt mich sehr zuversichtlich.
In diesem Sinne wünsche ich ein gesegnetes Osterfest
Ihre/eure Ute Heinrich

 

Information zur derzeitigen Situation mit der Corona-Pandemie:

 

 

Die Gemeinden der Region Rostock haben sich entschlossen, sich den Vorbeugemaßnahmen gegen das Corona-Virus im kirchlichen Umfeld in folgender Weise anzuschließen: Bis zum 19. April werden abgesagt

  1. alle Gottesdienste; verbunden damit ist die Bitte um das stellvertretende sonntägliche Gebet durch die Pastor*innen (u.a.) am Altar; die Gemeindeglieder sind gebeten, das Angebot von Fernsehgottesdiensten und möglicherweise von online-Gottesdiensten aus der Region wahrzunehmen
  2. alle Veranstaltungen und (Gesprächs-) Kreise, Chorproben u.ä. in kirchlichen Räumen
  3. alle Besuche, die nicht unbedingt aus seelsorgerlichen Gründen getätigt werden müssen
Wir bitten unsere Gemeindemitglieder um Verständnis und um Fürbitte in dieser besonderen Situation und wünschen von Herzen beste Gesundheit!

 

 

Siehe auch Aktuelles

 

 

Unsere nächsten Gottesdienste in der Kirche

 

 

 

 


 

Ev.-Luth. St. Michaels-Gemeinde Rostock-Gehlsdorf  |  info@kirchgemeinde-gehlsdorf.de